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Landesverband NRW

Die Beratungsstelle ist Mitglied im Landesverband der autonomen Frauen-Notrufe in NRW. Eine der Mitarbeiterinnen gehört zu den Sprecherinnen des Landesverbandes. Neben der fachlichen Vernetzung der Mitgliedseinrichtungen und der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema sexualisierte Gewalt setzt sich die LAG auf Landesebene für die Umsetzung verschiedener Maßnahmen und Projekte ein. Aktuelle Themen sind dabei die flächendeckende Umsetzung von Angeboten der Anonymen Spurensicherung in NRW. Informationen zum Landesverband finden Sie hier.

Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten

Eine flächendeckende Umsetzung der anonymen Befunddokumentation und Spurensicherung nach sexualisierten Gewalttaten sowie eine finanzielle und organisatorische Unterstützung dieser Maßnahmen durch die Landesregierung ist ein Ziel, für das sich der Landesverband der autonomen Frauen-Notrufe in NRW seit vielen Jahren einsetzt. In Gesprächen, Stellungnahmen und Anträgen wurde auf die Notwendigkeit einer landesweiten Struktur hingewiesen.

Die Landesregierung in NRW (2012-2017) hatte in ihrem Koalitionsvertrag die Entwicklung eines bedarfsgerechten Angebotes zu ASS in NRW verankert. Dies wurde 2013 vom Landtag bestätigt. Im Jahr 2014 wurde zudem das vom ehemaligen MGEPA NRW geförderte Modellprojekt GOBSIS (Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem) gestartet, das unter dem Namen „iGOBSIS-live“  vom Institut für Rechtsmedizin Düsseldorf in der Praxis erprobt wird.

Seit dem Jahr 2015 erhalten örtliche Kooperationen zu ASS darüber hinaus eine befristete landesweite Unterstützung, die jährlich beantragt werden muss. Im Jahr 2015 erfolgte eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme durch die Universität Bielefeld.  

Mitte 2015 wurde eine temporäre landesweite Koordinierungsstelle eingerichtet, die vom Landesverband der autonomen Frauen-Notrufe NRW e.V. getragen wurde. Die Landeskoordinierungsstelle hat bis Ende 2017 u.a. die örtlichen Kooperationen bei dem Aufbau und der Umsetzung von ASS-Modellen beraten und begleitet und sich durch Expertisen, Gespräche und interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Entwicklung eines landesweiten Konzeptes in NRW eingesetzt.  

Die Entwicklung von landesweiten Standards für die Befunddokumentation, einschließlich des rechtssicheren Transportes und der Lagerung der Spuren lagen im Aufgabenbereich des Institutes für Rechtsmedizin Düsseldorf. Diese Standards wurden in Abstimmung mit der Landeskoordinierungsstelle im Jahr 2016/17 erarbeitet und nach Erörterung im Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation im März 2017 veröffentlicht.  

Im Jahr 2016/2017 wurden zudem seitens der temporären Landeskoordinierungsstelle Empfehlungen für Standards „zur Umsetzung der Anonymen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen (ASS) in NRW - für Kliniken und Arztpraxen (Umgang mit Opfern sexualisierter Gewalt, Weitervermittlung an Hilfeangebote nach Erstkontakt), für die nachgehende Betreuung und für die Öffentlichkeitsarbeit“ erarbeitet. Diese wurden vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, MHKBG NRW im Mai 2018 veröffentlicht.  

Die Landeskoordinierungsstelle wurde von örtlichen Projekten  immer wieder auf die Probleme und Regelungsnotwendigkeiten hingewiesen, ohne deren Lösung die örtlichen Modelle langfristig gefährdet sind bzw. der Aufbau von vorne herein stagniert.  

Bereits in den Jahren 2015-2017 konnte die Landeskoordinierungsstelle die örtlichen/regionalen ASS-Kooperationen in Bezug auf wesentliche und entscheidende Fragen nur auf baldige Lösungen durch die Landesregierung verweisen.  

Verbindliche Regelungen sind insbesondere erforderlich für:  
  • die Abrechnung der ärztlichen Leistungen einschließlich erforderlicher Laboruntersuchungen   
  • die Verwendung von standardisierten Spurensicherungssets und  Untersuchungsleitfäden und deren langfristige Finanzierung  
  • die Zuständigkeiten für die Zusammensetzung und Lieferung der Spurensicherungssets an die beteiligten Kliniken      
  • die dauerhafte Finanzierung und Organisation eines gerichtsfesten Transportes und die Absicherung der Lagerung der Spuren.  

Ein kontinuierlich gesicherter Finanzierungsbedarf besteht hinsichtlich aller Kernelemente von ASS (Befunderhebung, Sets, Leitfäden, Transport, Lagerung, Fortbildung/Schulung, Öffentlichkeitsarbeit, Koordinierung, Vernetzung).  

Nach wie vor ist unklar, wie ein landesweites tragfähiges Konzept aussehen wird  und welche Lösungen insbesondere für die wichtigsten Probleme – die Abrechnung der ärztlichen Leistungen und Laboruntersuchungen sowie Spurensicherung und Transport – in welchen Zeiträumen angestrebt werden.  Hier ist dringend eine Klärung erforderlich und es müssen zeitnahe Lösungen gefunden werden.  







Spendenkonto:

Förderverein Frauen gegen sexualisierte Gewalt e.V.

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