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Förderverein Frauen gegen sexualisierte Gewalt e.V.

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Psychosoziale Hilfen für Opfer, Angehörige und Fachkräfte

Für die individuellen Notlagen betroffener Erwachsener und Kinder/Jugendlichen werden eine Vielzahl von Einzelfallhilfen bereitgestellt. Diese umfassen telefonische und persönliche Beratungsgespräche, akute Krisenhilfen und langfristige psychotherapeutische Unterstützung, die sich je nach Fall über mehrere Monate erstrecken. Notwendig sind oftmals auch sozialarbeiterische Interventionen, um die betroffenen Personen im Alltag zu stabilisieren. Absprachen mit oder Begleitung zu Institutionen und Fachkräften (Ämter, Ärzte, etc.), Hilfe bei der Stellung von Anträgen (z.B. Versorgungsamt, Organisation von Kuren oder Klinikaufenthalten, Vermittlung und Absprachen mit Therapeutinnen gehören daher auch zum Aufgabenfeld der Beraterinnen. Da ca. 18% der Hilfesuchenden Migrantlnnen sind, werden Beratungen nicht nur in unterschiedlichen Sprachen angeboten (Englisch, Französisch, Spanisch), sondern es sind zusätzliche Themenfelder wie ausländerrechtliche Problemlagen (Aufenthaltsstatus, kultureller Hintergrund, spezielle Familiendynamiken) zu berücksichtigen.
Die Beraterinnen arbeiten ressourcen- und prozessorientiert. Da sie Zusatzausbildungen in Psychotraumatherapie und langjährige Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen haben, erfahren auch Betroffene, die unter Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden, kompetente Hilfe und Unterstützung.
Neben Klientinnen, die durch kurzzeitige Kriseninterventionen und Beratungen oder die Vermittlung therapeutischer Hilfen ausreichend unterstützt werden, lässt sich in den letzten Jahren ein zunehmender Bedarf an einer umfassenden Betreuung beobachten. Manche Frauen sind durch erlittene Gewalttaten so massiv traumatisiert und von psychischen, physischen und sozialen Problemen betroffen, dass sie immer wieder in akute Krisen geraten und längerfristige und intensive Unterstützung brauchen. Sie benötigen eine begleitende Stabilisierung im Alltag, um ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten, für ihre Kinder sorgen zu können, gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, eine Ausbildung beenden zu können oder die Unabhängigkeit von Sozialleistungen zu erreichen. Für diesen Personenkreis wird nach der Kontaktaufnahme in Erstgesprächen ein engmaschiges und intensives Setting erarbeitet, das Psychotraumaarbeit, Begleitung im Alltag und zu Institutionen, Hilfestellung bei beruflichen und schulischen Anforderungen, Vermittlung und Abstimmung mit anderen Institutionen und therapeutische Unterstützung beinhaltet.
Die Traumatisierung der Opfer betrifft häufig auch die Familie und die Bezugspersonen und die Gewaltspirale umfasst oftmals ganze Generationen. Daher werden systemische Familienberatungen und Paarberatungen ebenso angeboten wie Einzelberatungen für Angehörige und Freunde von Betroffenen.
Die Beratung von Fachkräften aus unterschiedlichen Berufsgruppen (Lehrerinnen, Sozialpädgagoglnnen, Erzieherinnen, etc.) ist aufgrund der hohen Nachfrage ebenfalls ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt der Beratungsstelle. Die Mitarbeiterinnen leisten Hilfestellung beim Umgang mit Betroffenen, erarbeiteten gemeinsam mit den Fachkräften Strategien zur Unterstützung der Opfer und bieten Informationsberatung zu allen Themenspektren im Bereich sexualisierte Gewalt an. Darüber hinaus werden Fallsupervisionen für Teams (z .B. Kindergärten, Heime) angeboten und die Vermittlung und Zusammenarbeit mit Institutionen (z.B . Jugendamt, Polizei) koordiniert.
Das Beratungsangebot ist kostenlos und erfolgt auf Wunsch anonym. Die Beratungsstelle wird sowohl von Betroffenen als auch von Angehörigen und Fachkräften stark frequentiert.